Von Romy Kühr (SZ)

Beiersdorf. Frank Beckel gehört zu Deutschlands besten Automechanikern. Das stellte er jetzt bei einem bundesweiten Wettbewerb unter Beweis.

Mit Schrauben hat der heutige Arbeitsalltag des Kfz-Mechanikers nicht mehr viel zu tun. ,,Das meiste ist Elektronik", sagt Frank Beckel. Das hat der 28-Jährige, der im Beiersdorfer Subaru-Autohaus Wendschuh als Kfz-Meister arbeitet, auch in dem Wettbewerb gemerkt, an dem er in diesem Jahr teilnahm und den vierten Platz belegte.

Der japanische Autohersteller rief alle Vertrags-Autohäuser auf, ihre besten Mechaniker ins Rennen zu schicken zur Deutschen Meisterschaft der Subaru-Techniker (DMST). ,,Zunächst musste man im Internet drei Vorrunden absolvieren", erzählt Frank Beckel, der sich im Frühjahr anmeldete. Da wurden den Mechanikern schon knifflige Fragen gestellt, die unter Zeitdruck beantwortet werden mussten. ,,Vieles drehte sich um die Elektronik", schildert Beckel. ,,Man musste Schaltbilder auslesen oder Stromlaufpläne", nennt er Beispiele. Schon hier wurde ,,die Spreu vom Weizen getrennt" und die zehn Besten ermittelt.

Auch Allgemeinwissen gefragt

Zu ihnen gehörte Frank Beckel, der mit seiner eigenen kleinen Familie in Neusalza-Spremberg lebt. Er durfte Mitte Juni zum Finale nach Friedberg bei Frankfurt/Main fahren. Hier ging es dann endlich direkt ans Fahrzeug, eingebaute Fehler mussten gefunden werden, um das absichtlich entschärfte Auto wieder zum Laufen zu bringen. ,,Dabei schauten uns die Prüfer ständig über die Schulter", erzählt Frank Beckel.

Aber auch der Grips der Mechaniker wurde noch einmal mit kniffligen Fragen auf die Probe gestellt. Diesmal ging es um Allgemeinwissen. ,,Man war ja schon so auf diese technischen Fragen eingeschossen. Da habe ich erst mal geschluckt, als auf einmal Sachen gefragt wurden wie zum Beispiel ,Wer malte die Mona Lisa'", berichtet der junge Mann. Aber auch das meisterte er, für ihn reichte es schließlich zum vierten Platz. Eine ordentliche Leistung, wenn man bedenkt, dass Subaru-Autohäuser aus ganz Deutschland teilnahmen. Das sind immerhin über 400.

Vom Ehrgeiz gepackt

Dennoch ärgerte sich Frank Beckel im Nachhinein ein wenig über den undankbaren vierten Platz. ,,Erst dachte ich mir zwar ,Dabei sein ist alles'. Aber dann packt einen doch der Ehrgeiz. Da habe ich mich schön geärgert, denn es fehlten offensichtlich nur wenige Punkte."

So konnte er keinen der Preise für die drei vorderen Plätze mit nach Hause nehmen. Für den Gewinner mit der höchsten Punktzahl geht es sogar nach Japan zum weltweiten Ausscheid des Autoherstellers.

Als Erfolg verbucht er den vierten Platz bei der bundesweiten Meisterschaft dennoch. Für sich persönlich und natürlich für seinen Arbeitgeber, der mächtig stolz ist auf so einen fachlich versierten Mitarbeiter. Seit fünf Jahren arbeitet der gebürtige Beiersdorfer hier, seine Lehre als Kfz-Mechaniker hat er in Löbau absolviert.

Der Kfz-Beruf scheint bei Beckels im Blut zu liegen. Franks Vater ist wie der Junior ebenfalls Kfz-Meister und Werkstatt-Meister bei Wendschuh in Beiersdorf.

Kfz-Interesse weitervererbt

Und auch Frank Beckel selbst scheint die ,,Schrauber-Gene" schon weitervererbt zu haben. ,,Mein zweieinhalbjähriger Sohn interessiert sich schon sehr für Autos. Subaru erkennt er bereits an den Sternen im Logo", erzählt der stolze Vater.

Der Sprössling hält ihn auch ganz schön auf Trab, sodass neben der Arbeit wenig Zeit für andere Hobbys bleibt.